In Final Cut Pro X 10.4 und Compressor 4.4 mit HDR-Videos (High Dynamic Range) arbeiten

Verwenden Sie Bearbeitungs-, Color Grading- und Freigabefunktionen für HDR-Videos in Final Cut Pro, und nutzen Sie anschließend Compressor für eine schnellere Bereitstellung.

Final Cut Pro X 10.4 und Compressor 4.4 unterstützen jeweils HDR-Videos mit breitem Farbumfang. Bei HDR-Videos stehen Ihnen im Vergleich zu SDR-Videos (Standard Dynamic Range) eine breitere Farbpalette und mehr Steuerungsmöglichkeiten für diese Farben zur Verfügung. HDR-Videos werden auf geeigneten Monitoren und TV-Geräten mit einem breiteren Farbspektrum und höherer Leuchtkraft dargestellt.

In Final Cut Pro haben Sie die Wahl zwischen zwei Farbverarbeitungsoptionen für Ihre Mediathek. Bei der Standardoption wird der geltende Farbraum auf lineares RGB mit Rec.  709-Farbprimärwerten festgelegt. Dies entspricht dem Farbraum, der auch in den Vorgängerversionen von Final Cut Pro verwendet wurde. Rec.  709 ist der derzeitige Standard für HDTV-Projekte wie HD-Kabelfernsehen, Blu-ray-Discs und den Großteil des Videostreamings. Für HDR-Projekte steht die Option "Breiter Gamut HDR" zur Verfügung. Bei Verwendung von "Breiter Gamut HDR" legt Final Cut Pro den geltenden Farbraum auf lineares RBG mit Rec.  2020-Farbprimärwerten fest. Dieser Farbraum verfügt über ein größeres Farbspektrum als Rec.  709.

Nach der Bearbeitung Ihres HDR-Videos können Sie es über Final Cut Pro teilen oder an Compressor senden, um es für die abschließende Bereitstellung zu codieren. Zahlreiche Streaming-Anbieter bieten HDR-Videos mit großem Farbraum an – darunter der iTunes Store, Netflix und Amazon Video. Das Blu-ray-Disc-Format "Ultra HD" unterstützt ebenfalls HDR-Videos mit breitem Farbumfang.

HDR-Videos in Final Cut Pro verwenden

Um mit den HDR-Funktionen von Final Cut Pro optimal vom Farb- und Leuchtkraftspektrum Ihrer Medien zu profitieren, müssen Sie beim Aufzeichnen von Medien die Log- oder WDR-Option (Wide Dynamic Range) Ihrer Kamera verwenden. Viele Kameras verfügen über mehrere Optionen für die Aufzeichnung in Log. Final Cut Pro beinhaltet auch Lookup-Tabellen (LUTs) verschiedener Kamerahersteller, die Sie auf die Medien anwenden können, nachdem Sie sie in Final Cut Pro importiert haben.

HDR-Videos in Final Cut Pro ansehen

Verwenden Sie einen externen HDR-Referenzmonitor, um bei der Bearbeitung und Farbkorrektur von HDR-Videos in Final Cut Pro das volle Farb- und Helligkeitsspektrum zu sehen. Verwenden Sie für einen HDR-Monitor die Option zur A/V-Ausgabe in Final Cut Pro. Hierzu wird ein kompatibles Drittanbieter-Videogerät benötigt.

Falls Sie keinen externen HDR-Monitor verwenden, wählen Sie "Final Cut Pro" > "Einstellungen". Klicken Sie auf "Wiedergabe", und wählen Sie "HDR als Rohdaten anzeigen". Diese Einstellung sorgt dafür, dass Hervorhebungsdetails im Viewer auf Ihrem Mac nicht übersteuert dargestellt werden.

Mediathek und Projekt mit "Breiter Gamut HDR" erstellen

Erstellen Sie für die Bearbeitung von HDR-Videos eine HDR-Mediathek und anschließend ein Projekt mit dem passenden Farbraum. 

Wählen Sie zum Erstellen einer HDR-Mediathek "Ablage" > "Neu" > "Mediathek". Wählen Sie die Mediathek über die Seitenleiste aus. Klicken Sie in den Mediathekseigenschaften auf "Ändern", wählen Sie "Breiter Gamut HDR", und klicken Sie anschließend auf "'Ändern". 

Um den korrekten Farbraum für Ihr Projekt festzulegen, wählen Sie das Ereignis in der HDR-Übersicht der Seitenleiste aus. Erstellen Sie in dieser Mediathek ein neues Projekt, und wählen Sie es anschließend in der Übersicht aus. Wählen Sie ggf. "Fenster" > "Im Arbeitsbereich anzeigen" > "Informationen", und klicken Sie im Informationsfenster auf "Ändern". Wählen Sie eine der folgenden Optionen für "Breiter Gamut HDR" aus:

  • Wenn Sie einen HDR-Film im HDR10-, HDR10+- oder Dolby Vision-Format erstellen möchten, wählen Sie "Breiter Gamut HDR – Rec.  2020 PQ".
  • Wenn der HDR-Film mit älteren SDR-Fernsehern und -Monitoren kompatibel sein soll, wählen Sie "Breiter Gamut HDR – Rec. 2020 HLG".

HDR-Videos in Ihrem Projekt verwenden

Log-Videoaufzeichnungen sind zunächst kontrastarm. Anhand von Lookup-Tabellen (LUTs) für Kameras werden Einstellungen auf Medien angewendet, die die Farbdarstellung eines Bilds auf einem Monitor beeinflussen. Final Cut Pro beinhaltet Kamera-LUTs verschiedener Kamerahersteller. Beim Importieren von Log-Medien wendet Final Cut Pro automatisch die passende integrierte Kamera-LUT an.

Videopegel mit Scopes messen

Bei der Bearbeitung und Farbkorrektur mit den Farbkorrekturwerkzeugen von Final Cut Pro können Sie mithilfe der integrierten Videoscopes und der Überlagerung für die Bereichsprüfung in Final Cut Pro Videopegel messen und Farben ermitteln, die außerhalb des Farbumfangs liegen. Außerdem können Sie mit dem Filter "Sendefähige Farben" im Handumdrehen Luma- und Chroma-Pegel verringern, die in SDR-Medien über die Spezifikationsgrenzen für den Standardfarbraum oder den breiten Gamut hinausgehen.

HDR-Videos in Final Cut Pro teilen

Nach Abschluss der Bearbeitung und Farbkorrektur können Sie Ihr HDR-Video über verschiedene Zielorte wie YouTube oder Facebook teilen. Sie können Ihr HDR-Video aber auch als Originaldatei exportieren oder es direkt an Compressor senden, um es dort zu codieren und für verschiedene Zielorte bereitzustellen.

HDR-Videos in Compressor verwenden

Wenn Sie Compressor eine HDR-Videodatei zur Umcodierung hinzufügen, erkennt Compressor den nativen Farbraum des Videos und kennzeichnet es im Informationsfenster "Auftrag" als HDR-Video. Compressor zeigt im Vorschaubereich zwar kein HDR bzw. keinen breiten Gamut an, die Dateien werden aber korrekt codiert. Wenn Sie den Farbraum anpassen möchten, können Sie den nativen, von Compressor zugewiesenen Farbraum überschreiben.


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HDR-Videos an den iTunes Store übermitteln

Mit Compressor können Sie Ihr HDR-Video für die Übermittlung an den iTunes Store vorbereiten. Benutzer mit einem HDR-kompatiblen Gerät (aktuelles iOS-Gerät, aktueller Mac oder Apple TV 4K, das an einen HDR-kompatiblen Fernseher angeschlossen ist) können HDR-Inhalte in HD- oder 4K-Auflösung kaufen oder leihen. Der iTunes Store gibt die Version mit der höchstmöglichen Qualität wieder, die mit dem Gerät eines Benutzers möglich ist.

Wenn Sie ein HDR-Video an den iTunes Store übermitteln, müssen Sie auch eine SDR-Version (Standard Dynamic Range) des Videos einschließen. Mit Compressor können Sie ein Kombipaket mit SDR- und HDR-Version erstellen. Alternativ können Sie ein ergänzendes HDR-Upgrade für Ihre SDR-Videos erstellen, die bereits im iTunes Store verfügbar sind. Informieren Sie sich ausführlicher über das Übermitteln von HDR-Videos an den iTunes Store.

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