Empfehlungen der American Academy of Pediatrics (AAP) zur Bildschirmzeit
Die American Academy of Pediatrics (AAP) bietet wissenschaftlich fundierte Anleitungen an, um Familien dabei zu helfen, gesunde Gewohnheiten im Umgang mit Bildschirmen zu entwickeln. Die AAP ermutigt Familien, sich Gedanken darüber zu machen, was, wie und warum ihre Kinder Medien nutzen, und das Gespräch darüber fortzusetzen, während die Kinder älter werden.
Empfehlungen für die Bildschirmzeit nach Altersgruppe
Die nachfolgenden Empfehlungen beruhen auf klinischen und entwicklungspsychologischen Studien. Sie sollen einen Ausgangspunkt bieten, den Familien entsprechend den Bedürfnissen ihres Kindes anpassen können.
Empfehlungen für Kinder bis 5 Jahre:
Unter 2 Jahren: Forschungsergebnisse und Expertenmeinungen legen nahe, dass die Bildschirmzeit für diese Altersgruppe, abgesehen von Videoanrufen mit Familie und Freund:innen, möglichst vermieden werden sollte. In dieser Entwicklungsphase lernen Babys und Kleinkinder am besten durch aktives Spielen und durch die Interaktion mit Menschen in ihrer Umgebung.
Kinder von 2 bis 5 Jahren: In diesem Alter fangen Kinder gerade erst an, Gewohnheiten zu entwickeln, einschließlich des Umgangs mit digitalen Medien. Durch das Festlegen von Grenzen bei der Mediennutzung kannst du Zeit für Spielen, gemeinsames Lesen und die Familie schützen. Alle Programme sollten altersgerecht sein (idealerweise werden sie gemeinsam angesehen), damit ihr über das Geschehen auf dem Bildschirm sprechen könnt. Auch in diesem Alter gehören große Gefühle dazu. Wenn Kindern mit einer Reihe von Strategien geholfen wird, diese Emotionen zu verarbeiten, kann dies dazu beitragen, gesunde Gewohnheiten früh zu etablieren.
Empfehlungen für Kinder von 6 bis 12 Jahren: In diesem Alter ist es wichtig, ausreichend Möglichkeiten für Schlaf, Bewegung, Spielen und Zeit mit der Familie zu lassen. Suche nach Inhalten mit hoher Qualität und pädagogischem Wert und deaktiviere die automatische Wiedergabe und das endlose Scrollen, sofern möglich. Viele Expert:innen empfehlen, mit der Nutzung von sozialen Medien zu warten, bis das Kind 13 Jahre alt ist.
Empfehlung für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren: Viele Familien finden, dass Jugendliche am besten mit einer schrittweisen Unabhängigkeit zurechtkommen – mehr Anleitung und Aufsicht am Anfang, wenn sie noch lernen, und mehr Freiheit, wenn sie einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Gerät zeigen.
Für jüngere Jugendliche wird empfohlen, weiterhin die Reife zur Nutzung sozialer Medien zu beurteilen und gleichzeitig ausreichend Zeit für Schlaf, Familie, körperliche Aktivitäten und persönliche Kontakte zu gewährleisten.
Bei älteren Jugendlichen, die möglicherweise unabhängiger sind, ist es wichtig, weiterhin auf Anzeichen wie Schlafstörungen, zwanghafte Nutzung, schlechte schulische Leistungen und Probleme mit dem Selbstbild zu achten, die möglicherweise mit der Nutzung von Geräten in Verbindung stehen. Bleib außerdem in Kontakt mit ihnen, damit Jugendliche das Gefühl haben, sich bei Bedarf an dich wenden zu können.
Tipps für das Entwickeln gesunder Bildschirmgewohnheiten
Um Entscheidungen zum Umgang mit der Bildschirmzeit zu steuern, schlägt die American Academy of Pediatrics vor, fünf wichtige Punkte zu berücksichtigen:
Kind: Berücksichtige das Alter, das Temperament und das Entwicklungsstadium deines Kindes. Kinder können auf die gleiche Art oder Menge von Medien unterschiedlich reagieren.
Inhalt: Wähle lieber pädagogisch wertvolle, altersgerechte und positive Inhalte als schnelle Medien oder Medien mit Gewaltdarstellungen.
Ruhe: Denke darüber nach, ob die Nutzung von Medien den Fähigkeiten deines Kindes, seine Emotionen zu regulieren, hilft oder schadet.
Auszeiten: Überlege, was die Bildschirmzeit ersetzt – Schlaf, körperliche Aktivität, Hausaufgaben, Spielen im Freien oder Zeit mit Familie und Freund:innen – und schaffe mehr Raum für diese Aktivitäten.
Kommunikation: Sprich mit Kindern darüber, was sie online ansehen und tun, um ihnen zu helfen, Medien zu verarbeiten und daraus zu lernen.
Hier sind einige weitere Punkte, die du berücksichtigen solltest, wenn du gesunde Bildschirmzeitgewohnheiten für deine Familie fördern möchtest:
Wenn bestimmte Zeiten und Orte, wie z. B. das Abendessen mit der Familie oder das Schlafzimmer, bildschirmfrei bleiben, gibt es mehr Raum für Gespräche und die Kinder können besser abschalten.
Schlaf ist für Kinder besonders wichtig. Die AAP empfiehlt, Geräte außerhalb des Schlafzimmers aufzuladen und etwa eine Stunde vor dem Zubettgehen eine Geräteauszeit festzulegen, um gesunden Schlaf zu unterstützen.
Kinder orientieren sich häufig an den Erwachsenen in ihrem Umfeld. Daher kann es durchaus sein, dass deine eigene Gerätenutzung ihre Gewohnheiten beeinflusst.
Ressourcen der AAP
Der Medienplan für Familien: Die AAP bietet ein kostenloses Tool an, das dir und deiner Familie dabei helfen kann, einen individuellen Plan für die Bildschirmzeit zu erstellen, der auch Zeiten ohne Geräte, Schlafenszeiten und tägliche Routinen umfasst. Weitere Informationen findest du unter Medienplan für Familien (Englisch) auf der AAP-Website.
Fünf wichtige Kriterien für die Mediennutzung: Die AAP stellt altersgerechte Empfehlungen, Tipps und Ressourcen zu fünf wichtigen Kriterien der Mediennutzung bereit. Weitere Informationen findest du unter Kinder und Bildschirmzeit: Wie die fünf wichtigen Kriterien zur Mediennutzung umgesetzt werden können (Englisch) auf der AAP-Website.
Toolkit zur frühkindlichen Entwicklung und zur Bildschirmzeit: Die AAP stellt Ressourcen zur Verfügung, mit denen Familien gesunde Mediengewohnheiten entwickeln können. Weitere Informationen findest du im Toolkit zur frühkindlichen Entwicklung und zur Bildschirmzeit (Englisch) auf der AAP-Website.
Empfehlungen für die Bildschirmzeit: Die AAP gibt mit evidenzbasierten Empfehlungen Antworten auf häufig gestellte Fragen zu der Zeit, die Jugendliche maximal in soziale Medien verbringen sollten. Weitere Informationen findest du unter Empfehlungen für die Bildschirmzeit (Englisch) auf der AAP-Website.