Systemüberlastung in Logic Pro X vermeiden

Hier erfährst du, was zu tun ist, wenn du in Logic Pro Warnhinweise auf eine Systemüberlastung erhältst.

Wenn du an einem Logic Pro-Projekt mit vielen Audiospuren, Software-Instrumenten oder Plug-Ins arbeitest, kann ein Warnhinweis auf eine Systemüberlastung angezeigt werden, der die Wiedergabe oder Aufzeichnung unterbricht. Eine Systemüberlastung kann auftreten, wenn die Prozessorleistung deines Mac nicht zum Abspielen oder Aufzeichnen von Audiosignalen ausreicht. Verwende die Methoden in diesem Artikel, um Systemüberlastungen zu vermeiden.

Systemkonfiguration

Halte dich an diese Richtlinien, wenn du dein System für die Verwendung mit Logic Pro konfigurierst:

  • Beende andere Anwendungen, wenn du Logic Pro verwendest.
  • Vergewissere dich, dass dein Mac über maximale RAM-Kapazität verfügt, insbesondere wenn deine Projekte in der Regel mehrere Plug-Ins oder mehrere Instanzen des EXS24-Samplers umfassen.
  • Speichere Projekte mit hoher Spurenzahl auf einem dedizierten Speichermedium wie einer externen USB-C-Festplatte oder einem externen SSD-Laufwerk, anstatt Projekte auf dem Systemlaufwerk deines Mac zu speichern.
  • Wenn deine Projekte mehrere Instanzen des EXS24-Samplers umfassen, speichere EXS24-Samples auf einer eigenen Festplatte. Verwende immer ein eigens dafür vorgesehenes Laufwerk, wenn du die Option "Virtueller Speicher" mit EXS24 verwendest.
  • Formatiere Festplatten, Flash-Laufwerke oder andere mit Logic Pro verwendete Speichergeräte im Format APFS oder Mac OS Extended (Journaled). Hier erfährst du mehr darüber, welches Dateisystem für dich am besten geeignet ist.

Systemleistung überwachen

Verwende die Anzeigen im Fenster "Logic Pro CPU/HD", um die Systemleistung zu überwachen, während du an einem Projekt arbeitest. So rufst du das Fenster "CPU/HD" auf:

  1. Wähle "Logic Pro X" > "Einstellungen" > "Erweiterte Werkzeuge", und wähle dann "Erweiterte Werkzeuge einblenden" aus. Wähle zusätzliche Optionen, um deinen Arbeitsablauf zu optimieren.
  2. Wähle "Darstellung" > "Steuerungsleiste und Anzeige anpassen".
  3. Wähle im Bereich "LCD" des Einblendmenüs die Option "Benutzerdefiniert".
  4. Aktiviere das Markierungsfeld "Auslastungsanzeigen (CPU/HD)", und klicke anschließend auf "OK".
  5. Auf der rechten Seite des LCD wird eine CPU/HD-Anzeige angezeigt. Doppelklicke auf die CPU-Anzeige, um sie in einem neuen, erweiterten Fenster zu öffnen.

Das CPU/HD-Fenster besitzt zwei Anzeigegruppen:

Audio: Zeigt, wie viel CPU- und RAM-Leistung von Logic Pro verbraucht wird. Für jeden CPU-Kern in deinem Mac gibt es eine eigene Anzeige. Bei Mac-Computern, deren Prozessoren Hyper-Threading unterstützen, sind für jeden Kern zwei Anzeigen vorhanden.

Disk I/O: Zeigt an, wie viel Festplattenbandbreite von Logic Pro verbraucht wird.

Achte beim Abspielen eines Projekts auf die Anzeigen, und merke dir, wann die Anzeigen vollständig ausschlagen. Bei Vollausschlag einer Anzeige hat die CPU oder die Festplatte die Grenze ihrer Verarbeitungskapazität erreicht. Meldungen über eine Systemüberlastung können auftreten, wenn eine der beiden Anzeigen einen Peak erreichen. Anhand der so gewonnenen Daten kannst du Anpassungen an deiner Projekt- oder Systemkonfiguration vornehmen.

Einstellungen für Audiogeräte vornehmen

Wähle "Logic Pro X" > "Einstellungen" > "Audio", klicke auf "Geräte", und passe folgende Einstellungen an:

  • I/O-Puffergröße: Erhöhe die I/O-Puffergröße bis zu maximal 256 Samples. Im I/O-Puffer werden Audiodaten vorübergehend zwischengespeichert, bevor sie in deinem Mac an ihr jeweiliges Ziel gesendet werden. Durch das Erhöhen der I/O-Puffergröße wird die CPU deines Mac entlastet. Allerdings führen große I/O-Puffergrößen zu einer erhöhten Latenz beim Aufzeichnen.

Zum Vermeiden von Latenz und Systemüberlastungsmeldungen verkleinere die I/O-Puffergröße, wenn du aufnimmst, und erhöhe sie vor dem Abmischen wieder. Wenn du Audio und keine Software-Instrumente aufnimmst, kannst du die Audiosignale direkt von der Quelle abhören. Wähle "Logic Pro X" > "Einstellungen" > "Audio" > "Allgemein", und hebe die Auswahl von "Software-Monitoring" auf. Danach kannst du die I/O-Puffergröße auf 256 Samples setzen, ohne diese Einstellung beim Aufnehmen oder Abmischen ändern zu müssen.

  • Verarbeitungspuffer: Setze diese Option auf "Groß". Wie schon beim I/O-Puffer führt eine hohe Einstellung auch hier zu mehr Latenz.
  • ReWire-Verhalten: Wenn du ReWire nicht verwendest, setze diese Option auf "Aus". Wenn du ReWire hingegen verwendest, stelle diese Option auf "Wiedergabe-Modus".
  • Multithreading: Multithreading beeinflusst, wie Logic die DSP-Ressourcen deines Mac verteilt. Erfahre mehr über das Vornehmen von Multithreading-Einstellungen zur Leistungsoptimierung.

Automationseinstellungen festlegen

Wenn dein Projekt keine Automation umfasst oder die Automation nicht samplegenau sein muss, kannst du die CPU-Last reduzieren, indem du "Samplegenaue Automation" ausschaltest. 

  1. Wähle "Logic Pro X" > "Einstellungen" > "Audio", und klicke dann auf "Allgemein". 
  2. Klicke im Einblendmenü "Samplegenaue Automation" auf "Aus".

Wenn dein Projekt Automation enthält, wähle die Option, die nur die Parameter umfasst, die du automatisieren möchtest.

Die optimale Sample-Rate für dein Projekt wählen

Projekte mit höheren Sample-Raten erzeugen größere Audiodateien, was die Belastung von CPU und Festplatte erhöhen kann. Auch Plug-Ins erfordern mehr CPU-Leistung, um Audiodateien mit höheren Sample-Raten verarbeiten zu können. Bei der Wahl der Sample-Rate für dein Projekt solltest du die Aspekte der Audioqualität, das erwartete Format des Endprodukts und die Leistung deines Mac berücksichtigen. Wenn die Aktivität des Laufwerks zu Meldungen von Systemüberlastung führt, versuche, geringere Sample-Raten für deine Projekte festzulegen.

Send-Effekte verwenden

Wenn du CPU-intensive Effekt-Plug-Ins wie Hall- und Delay-Effekte verwendest, kannst du die Belastung der CPU durch das Verwenden von Send-Effekten reduzieren. Mit Send-Effekten kannst du Signale aus mehreren Kanälen über ein einziges Plug-In verarbeiten.

Vermeide in einem Projekt, Insert-Effekt-Plug-Ins auf eine Einzelspur anzuwenden. Wenn du Hall-Plug-Ins auf eine Einzelspur anwenden musst, versuche es mit einem weniger CPU-intensiven Hall-Effekt wie SilverVerb und PlatinumVerb.

Software-Instrumente optimieren

Halte dich beim Arbeiten mit Software-Instrumenten an folgende Richtlinien:

  • Wähle beim Abmischen eine Audiospur oder eine externe MIDI-Spur aus, keine Software-Instrument-Spur. Wähle eine Software-Instrument-Spur nur dann, wenn du aktiv an ihr arbeitest. Wenn dein Projekt Track Stacks (Spurstapel) umfasst, vergewissere dich, dass keine Software-Instrument-Unterspuren ausgewählt sind.
  • Friere Spuren ein (Freeze), insbesondere Spuren mit vielen Plug-Ins. Wenn jedoch Systemüberlastungs-Meldungen gleichzeitig mit Pegelspitzen in der Disk I/O-Anzeige auftreten, vermeide das Einfrieren von Software-Instrument-Spuren. Das Einfrieren von Software-Instrument-Spuren kann die Last auf der Festplatte erhöhen, was die Wahrscheinlichkeit einer Systemüberlastungs-Meldung erhöht.
  • Beschränke die Anzahl der in einem Software-Instrument verwendeten Stimmen auf das absolut notwendige Mindestmaß. Wenn du beispielsweise über eine Sculpture-Spur verfügst, in der maximal zwei Noten gleichzeitig gespielt werden, kannst du die Instanz von Sculpture auf die Verwendung von zwei Stimmen beschränken.

Einstellungen des virtuellen EXS24-Speichers optimieren

Du kannst die Einstellungen des virtuellen EXS24 mkII-Speichers anpassen, um dessen Leistung zu optimieren. Klicke im Fenster "EXS24 Parameter" auf die Taste "Optionen", und wähle anschließend im Einblendmenü die Option "Virtueller Speicher" aus.

Passe die folgenden Einstellungen an:

  • Aktiv: Wenn die meisten der auftretenden Systemüberlastungs-Meldungen mit Spitzen im CPU/HD-Fenster zusammenfallen, wähle diese Option. Wenn die Meldungen dagegen gleichzeitig mit Spitzen in der Disk I/O-Anzeige auftreten, deaktiviere sie.
  • Festplattengeschwindigkeit: Wenn du ein SSD-Laufwerk oder eine Festplatte mit mindestens 7200 U/min. für deine Audio-Samples verwendest, wähle "Schnell". Wenn du dagegen eine Festplatte mit 5400 U/min. verwendest, wähle "Mittel".
  • Hard-Disk-Recording-Aktivität: Wenn deine Projekte nur sehr wenige Audiospuren enthalten, wähle "Gering". Enthalten deine Projekte jedoch viele Audiospuren, wähle "Durchschnittlich" oder "Hoch".

Die Einstellungen im Fenster "Virtueller EXS24-Speicher" sind global – sie wirken sich auf alle EXS24-Instanzen in allen Projekten aus.

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