Logic Pro/Express: Tipps zum Ausgleichen der Multi-Core-Leistung

Logic Pro und Logic Express 8 oder neuer können auf Mac-Computern mit 2, 4 oder 8 Kernen alle Kerne verwenden. Beachten Sie die folgenden Tipps zum Ausgleichen der Leistung auf einem Multi-Core-System, wenn Sie mit Logic arbeiten.

Zum Thema Kernaktivität

Logic unterteilt Aufgaben (Tasks) in sogenannte "Threads", die einem einzelnen Kern zur Ausführung zugewiesen werden können. Es ist nicht möglich, einzelne Threads auf mehrere Kerne zu verteilen, obgleich ein einzelner Kern mehrere Threads gleichzeitig ausführen kann. Das ist einer der Gründe, warum zeitweise die Leistungslasten zwischen den Prozessorkernen Ihres Computers ungleich verteilt sein können. Wenn ein Thread sehr viel Prozessorleistung erfordert, kann der ausführende Kern erheblich mehr Aktivität aufweisen als die Kerne, die weniger anspruchsvolle Aufgaben abarbeiten müssen. Das ist einer der Hauptgründe, warum Sie möglicherweise die Warnmeldung "Core Audio overload" (Core Audio ist überlastet) erhalten, obwohl einige der Kerne Ihres Systems keine besonders hohe Aktivität zeigen. 

Um zu überwachen, wie Logic die Kerne Ihres Systems auslastet, doppelklicken Sie auf das CPU-Meter im Bereich "Transport".

In einem Fenster werden dann Meter für jeden Kern angezeigt.

Das gleiche Konzept gilt auch für Channel-Strips. Jeder Channel-Strip (mit allen enthaltenen Plug-Ins) wird von einem Kern verarbeitet. Wenn Sie auf einem einzelnen Channel-Strip mehrere Plug-Ins verwenden, die viel Prozessorleistung erfordern, kann der zugewiesene Kern eine höhere Aktivität anzeigen. Dies trifft besonders dann zu, wenn Sie mit hohen Samplefrequenzen arbeiten (88,2 kHz oder höher). 

Kernlasten umverteilen

Wenn Sie feststellen, dass ein einzelner Kern vergleichsweise zu hoch belastet ist, setzen Sie die folgenden Strategien ein, um die Last umzuverteilen.

Im folgenden Beispiel gibt es einen einzelnen Software-Instrument-Channel-Strip mit Plug-Ins, die direkt auf Ausgang 1-2 geroutet sind. Der Channel-Strip für Ausgang 1-2 verfügt über eine große Anzahl von Plug-Ins.

In diesem Beispiel sind zwei Kerne aktiv: Der linke Kern verarbeitet das Software-Instrument, während der nächste Kern den Channel-Strip des Ausgangs 1-2 verarbeitet. Sie können die Routing-Möglichkeiten in Logic verwenden, um die Last auf mehrere Kerne zu verteilen (siehe nächstes Bild), ohne dass sich der Klang verändert.

Die resultierende Signalkette ist Inst 1 > Aux 1 > Aux 2 > Out 1-2, wie in folgender Tabelle gezeigt:

Channel-Strip Eingang  Ausgang
 Inst 1    Bus 1
 Aux 1  Bus 1  Bus 2
 Aux 2  Bus 2  Out 1-2

Außerdem wurden die ersten vier Plug-Ins von Ausgang 1-2 nach Aux 1 und die übrigen vier Plug-Ins nach Aux 2 verschoben. 

Nach entsprechender Lautstärkeanpassung der einzelnen Channel-Strips klingt das Ergebnis identisch, aber die Last ist auf vier statt auf zwei Kerne verteilt. Sie können dieses Konzept verwenden, um Plug-Ins von Audio-Channel-Strips, Software-Instrumenten, Aux-Kanälen und Ausgängen umzuverteilen (wie in diesem Beispiel).

Im oben gezeigten Bild ist die Last auf einem der Kerne immer noch sehr groß, obwohl das oben beschriebene Routing verwendet wurde. Beachten Sie, dass der Channel-Strip "Inst 1" ausgewählt ist. Wenn eine Software-Instrument-Spur im Arrangierfenster ausgewählt ist, geht Logic in den Live-Input-Modus. In diesem Modus aktiviert Logic jedes Plug-In im Signalweg des Channel-Strips, sodass der Channel-Strip live von einem MIDI-Controller wiedergegeben werden kann. Das alles muss in einem einzelnen Thread verarbeitet werden und daher von einem einzelnen Kern. Es bietet sich an, eine Spur im Arrangierfenster ausgewählt zu lassen, die einen Audio-Channel-Strip verwendet, solange Sie nicht aktiv spielen oder ein Software-Instrument aufnehmen.

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