Aperture: Farben und Gammawerte für das Drucken und die Ausstellung im Internet einstellen
Die richtigen Farbeinstellungen beginnen bei Ihrer Kamera, stehen oder fallen mit der Kalibrierung Ihres Monitors und enden bei den Beschränkungen Ihrer gewählten Ausgabe, wie etwa der Veröffentlichung im Internet, dem Tintenstrahldruck, der Entwicklung im Fotolabor (RA-4) oder dem CMYK-Offsetdruck. Kurzum, das Ziel ist die Arbeit mit einem Bildschirmbild, das über denselben Farbraum, Weißpunkt und dieselbe Gamma-Ausrichtung verfügt wie Ihr Drucker oder Druckservice. Aperture spielt in diesem Prozess einen einfachen Part, doch das Wichtigste zuerst...
Aperture, Photo Services
Kameraeinstellungen
Machen Sie sich mit den Farbraum-Voreinstellungen Ihrer Kamera vertraut, wie etwa sRGB und Adobe 1998. Verwenden Sie, wenn Ihre Kamera darüber verfügt, den RAW-Modus, da dieser alle Farben konserviert, die Ihre Kamera zu bieten hat. Steht Ihnen der RAW-Modus nicht zur Verfügung, werden in Adobe 1998 mehr Farben erfasst als im sRGB-Farbraum.
Kalibrierung Ihres Monitors
Die Monitorkalibrierung ist die Grundlage für Ihre Farbarbeit. Sie müssten schon sehr viel Energie aufwenden, um Ihre Farbarbeit durch andere Komponenten noch stärker zu beeinflussen. Hat Ihr Monitor einen Farbstich, kann es passieren, dass Ihre Drucke zum Beispiel einen Blaustich erhalten. Oder wenn Sie die falsche Gamma-Korrektur wählen, erscheinen Ihre Bilder im Internet zu dunkel.
Sie können Ihren Monitor sehr genau einstellen, indem Sie den Experten-Modus in der Systemeinstellung "Monitore" verwenden. Wenn Sie jedoch für Ihre Arbeit bezahlt werden (oder einfach sehr professionell wirken möchten), sollten Sie die Anschaffung eines Hardware-Kalibriergerätes in Erwägung ziehen, wie z. B. Pantone ColorVision Spyder, Gretag Macbeth Eye-One Display 2 oder MonacoOPTIXxr. Diese mausförmigen Geräte hängen vor Ihrem Monitor und messen die Ausgabe mithilfe eines Sensors, um ein Profil zu erstellen, das perfekt auf Ihren Monitor abgestimmt ist.
Wenn Sie Hand-Augen-Koordination beim Experten-Modus in der Systemeinstellung "Monitore" ausprobieren möchten, führen Sie diese Schritte aus:
- Wählen Sie im Menü Apple die Option Systemeinstellungen.
- Klicken Sie auf das Symbol "Monitore".
- Klicken Sie in den Tab "Farben".
- Klicken Sie in die Taste "Kalibrieren".
- Wählen Sie das Markierungsfeld "Experten-Modus" aus.
- Klicken Sie in "Fortfahren", lesen Sie den Abschnitt "Gamma-Korrektur und Farbtemperatur wählen" dieses Artikels (Sie werden die Informationen brauchen) und folgen Sie den Aufforderungen, bis Sie alle Schritte absolviert haben.
Auswahl von Gamma-Korrektur und Farbtemperatur
Während der Kalibrierung Ihres Monitors müssen Sie die Einstellungen für die Gamma-Korrektur und Farbtemperatur auswählen. Die korrekten Einstellungen sind abhängig davon, wie Sie Ihre Bilder verwenden möchten. Die beste Faustregel ist folgende:
Wenn Sie nicht gerade von einem Farbmanagement-Experten beraten werden, der Ihnen abweichende Einstellungen rät, sollten Sie eine Gamma-Korrektur von 2,2 und die Farbtemperatur mit D65 wählen.
Da Windows PCs eine Gamma-Korrektur von 2,2 verwenden, werden Bilder, die mit der herkömmlichen Mac Gamma-Korrektur von 1,8 bearbeitet wurden, für die meisten Benutzer im Internet falsch dargestellt. Das bedeutet natürlich auch, dass Ihre Freunde mit einem Mac ihre Monitoreinstellungen auf die Gamma-Korrektur 2,2 umstellen müssen, wenn sie Ihr Können in 2,2 genau unter die Lupe nehmen wollen. Fotograf Gary Ballard ist Mac Benutzer und hat hier eine passende Demonstration dieses Phänomens veröffentlicht.
Fotolabore und Internet-basierte Fotodienste mit einem RA-4-kompatiblen Entwicklungsprozess, wie etwa ein Fuji Frontier Minilabor, erwarten fast ausschließlich, dass Sie eine Gamma-Korrektur von 2,2 im sRGB IEC1966-2.1-Farbraum verwenden. Dies gilt für Dienste wie Pictage, Smugmug und Shutterfly.
D50 war bei Druckvorstufen-Profis vor 10 Jahren in Mode und wurde sogar in Werbematerialien erwähnt. Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. D50 stammt aus einer Zeit, als die dominierende Art der Fotobearbeitung noch Papier, Leuchttische und Speziallampen umfasste. Heute ist die unkorrigierte Farbtemperatur D65 moderner Monitore zum dominanten Faktor geworden, da die digitale Bearbeitung und Veröffentlichung im Internet einen wachsenden Schwerpunkt darstellen.
Der Unterschied zwischen D50 und D65 wird zur Zeit noch, ohne dass Sie es merken, automatisch mithilfe einer Technologie ausgeglichen, die als "chromatische Adaption" bezeichnet wird. Aus diesem Grund wird für Benutzer, die nicht hoch qualifizierte Experten sind, die Einstellung D65 empfohlen.
Auswahl des Farbraums
Bei dieser Einstellung tritt Aperture in den Prozess ein. Bevor Sie jedoch Einstellungen bezüglich des Farbraums in Aperture vornehmen, müssen Sie entscheiden, welcher Farbraum der geeignete für Sie ist.
Ein Farbraum ist ein Teil der Farbskala sichtbarer Farben, innerhalb derer Sie mit der verfügbaren Technologie arbeiten können. Kameras und Drucker können nicht alle sichtbaren Farben reproduzieren, jedoch können einige mehr als andere. High-End-Tintenstrahldrucker können beispielsweise mehr Farben drucken als ein RA-4-Entwicklungsprozess hervorbringen kann. Eine professionelle Spiegelreflexkamera erfasst im RAW-Modus mehr Farben als eine Kompaktkamera, die Bilder direkt im JPEG-Format erfasst. Zur Verdeutlichung: Ihr Ziel ist, die Bearbeitung in einem Farbraum vorzunehmen, der sich dem Ergebnis annähert.
Drucker, die mit RA-4 arbeiten, empfehlen in den meisten Fällen den sRGB IEC61966-2.1-Farbraum, welcher auch der bevorzugte Farbraum für das Internet ist. Für den Offsetdruck oder High-End-Tintenstrahldruck wird Ihnen aller Wahrscheinlichkeit nach einen Wide-Gamut-Farbraum empfohlen, wie etwa Adobe 1998. Lassen Sie sich in jedem Fall von Ihrem Druckdienst beraten oder informieren Sie sich im Handbuch Ihres Druckers.
Festlegen des Farbraums in Aperture
Im Gegensatz zu Adobe Photoshop müssen Sie hier nicht Ihren "Arbeitsfarbraum" einrichten. Stattdessen arbeitet Aperture stets in einer breiten Farbskala, es sei denn, Sie wenden die Option Auf dem Bildschirm überprüfen an, die Ihnen anzeigt, wie Ihr Endprodukt aussehen sollte. Wenn Sie wissen, dass Ihr Projekt primär für ein Medium ausgelegt ist, z. B. RA-4, sollten Sie die Option "Auf dem Bildschirm überprüfen" bei der Bearbeitung immer eingeschaltet haben, was einen ähnlichen Effekt wie das Einrichten Ihres Arbeitsfarbraumes bietet.
Wenn die Bearbeitung Ihres Projektes abgeschlossen ist, legen Sie die Export-Voreinstellungenso fest, dass sie mit dem ColorSync-Profil übereinstimmen, welches Sie für die Option "Auf dem Bildschirm überprüfen" verwenden.
Um Ihre Farbeinstellungen für RA-4 als Beispielausgabe festzulegen, würden Sie Folgendes tun:
- Wählen Sie aus dem Menü Darstellung den Eintrag Profil überprüfen > sRGB IEC61966-2.1.
- Gehen Sie zurück in das Menü Darstellung. Beachten Sie bitte, dass sich neben Auf dem Bildschirm überprüfen keine Markierung befindet. Diese wird nur nach Ihrer ersten Profilauswahl angezeigt. Sie können diese Option nun ein-/ausschalten, indem Sie diesen Menübefehl wählen oder den Tastaturkurzbefehl Umschalttaste-Wahltaste-P verwenden.
- Wählen Sie aus dem Menü Aperture die Einträge Voreinstellungen > Bildexport.
- Suchen Sie im Dialog "Export-Voreinstellungen" das Einblendmenü ColorSync-Profil und wählen Sie sRGB IEC61966-2.1.
- Klicken Sie auf "OK".
Das ist alles! Sie müssen nur zwei Einstellungen vornehmen. Wenn Sie selbst Abzüge anfertigen, können Sie in "Export-Voreinstellungen" mit dem Gamma-Korrektur-Regler experimentieren, um zu sehen, was für Ihren Drucker die beste Lösung ist. Drucker-spezifische Diskussionen zur Druckereinrichtung und zu Druckvoreinstellungen finden Sie im Artikel Aperture: Optimierung Ihres Druckers.
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